Moin Eddy und everybody else!
Ich bin wieder zurück in den USA und wie es manchmal so ist, hat mich die Arbeit zuhause gleich wieder eingefangen und in ihren Sog gezogen... leider habe ich auch daheim kein gutes Internet, um Bilder hochzuladen. Also werde ich euch jetzt noch mit schönen Bildern versorgen! Mein Laptop ist dabei auch eine Genugtuung. Muss ich mich nicht mehr mit Tapatalk rumschlagen. :gdance:
Also, wie ihr wisst hatte mein letzter Bus einfach nicht auf mich gewartet und ich musste ein Nacht in Kii-Tanabe verbringen. Am nächsten Morgen ging es dann mit einem kleinen Bus zwei Stunden in die Berge und letztendlich kam ich dann endlich nach Yunomine Onsen, dem kleinen Dörfchen mit heissen Quellen im Bachlauf und in den kleinen Ryokan Hotels. Zuallererst bin ich zum kleinen Verkaufsstand mit frischen Hühnereiern und habe mir ein paar frische Eier gekauft und dann gekocht direkt nebenan in der heissen Quelle - klasse! Dann ging es zu meiner Unterkunft, welche augenscheinlich eine der modernsten und besten in der Umgebung war. Zwei Wanderwege starten dort unmittelbar vor der Haustür und führen über kurz oder lang nach Hong-Taisha, dem örtlichen Tempel mit der grössten Bedeutung in der Region. Den Nachmittag verbrachte ich also mit Wandern entlang einer kurzen 4km Route ins andere Tal hin zum Tempel. Die Vegetation dort ist einmalig mit vielen freiwachsenden Pflanzen und Bäumen, die ich sonst nur von meinem Wohnzimmer in Deutschland kannte. Orangenbäume gabs da auch viele und kleine Bäche auch. Leider waren auch hier keine Garnelen zu finden.
Am Abend gabs dann das erste richtige Mahl mit Sushi. Ich als Fisch-verkenner brauchte eine geschlagene Stunde, um mich durchs Menü zu arbeiten. Aber ich muss sagen, dass es ganz gewaltig gut geschmeckt hat angefangen beim rohen Fischfilet bis hin zum Tempora und gekochten/ gepökelten(?) Garnelen. Oktopus war auch mit dabei, auch wenn ich das erst nachher erfuhr. Hätte ich vielleicht sonst nicht probiert.
Am nächsten Tag ging es auf eine längere Route, etwa 16km bis hin zum selben Tempel. Dieses Mal stieg ich praktisch erst auf den Bergkamm hoch und wanderte dann praktisch entlang der Berggipfel immer schön hoch oben auf dem Bergrücken. Die Aussichten waren gigantisch und die Einheimischen sehr freundlich. Überhaupt muss ich sagen, dass eine Reise in die ländlicheren Gegenden in Japan ein Muss ist. Hier wird Tradition und Religion noch so richtig ausgeübt. In den Städten ist da meiner Ansicht nach Vieles schon mit dem westlichen Einfluss und vor allem der Hektik untergegangen. Die Menschen auf dem Land scheinen mir noch simpler und zufriedener zu sein. Die Hilfsbereitschaft ist und Offenheit ist enorm. Auf meiner Wanderung traf ich eine Gruppe von Collegestudenten. Die waren zusammen wandern auf dieser alten Pilgerroute und so verbrachten wir zwei Stunden zusammen. Leider konnten auch diese jungen Leute kaum Englisch. Nichtsdestotrotz hatten wir aber viel Spass und aßen danach noch richtig japanisch Mittag zusammen. Danach ging es zurück zum Hotel wieder auf einer kurzen Wanderstrecke.
Am Tag darauf musste ich das Hotel wechseln und wollte unbedingt hinwandern. Auf dem halben Weg wurden dann doch die Rucksäcke schwer und ich hatte die Nase schon fast voll. Glücklicherweise hielt auf einmal ein kleiner Transporter an und ein älterer japanischer Mann fragte mich irgendetwas auf Japanisch. Ich antwortete mit dem Namen meines Zielortes und der bedeutete mir, mein Gepäck einfach auf die Ladefläche zu werfen und einzusteigen. Letztendlich fuhr er mich direkt bis zum Hotel und dabei konnte er kein Wort Englisch. Das war ein Glanzbeispiel japanischer Hilfsbereitschaft... wenn ich da an die zwei Notfälle in den USA denke, als ich mit dem Auto im Wintersturm und in einer kalten Winternacht am Straßenrand gestrandet war. Da hat kein Schw*** angehalten. Sehr angenehme Leute in Japan, da gibt es keine Zweifel.
Ich muss natürlich nicht erwähnen, dass ich jeden Tag die Wanderung mit einen Bad in einer der heissen Quellen beendete. Aber am letzten Tag gab es dann doch noch ein Highlight. Die heisse Quelle im Dorf blubberte direkt ins Flussbett und so konnte man bewaffnet mit einer Schaufel über eine kleine Holzbrücke auf die andere Seite gehen und ein Loch buddeln, in dem man dann darauf wartete, dass das heisse Quellwasser langsam stieg... klasse, wie ich da mitten in der Natur auf Flusshöhe so vor mich hinduseln und Enten beobachten konnte. Das war was Besonderes!
Am letzten Tag ging es wieder zurück nach Tokio. Durch einen dummen Zufall hatte ich 300€ zu viel abgehoben und noch über. Da kam mir die fixe Idee, doch schnell nochmal im Laden "Aqua Forest" vorbeizuschauen und noch so richtig schön fürs nächste Scape shoppen zu gehen... :bonk: Irgendwie habe ich das dann auch noch geschafft. Irgendwann stand ich dann wieder im Laden und der japanische Verkäufer, der sich scheinbar noch gut an mich erinnern konnte, fing schon an zu grinsen. Die ADA Aquasky 451 hatte es mir angetan, konnte man die doch in Japan für 14000 Yen kaufen. Umgerechnet sind das etwa 150$ oder auch 112€. Das ist doch irre, wie teuer der Import dann in Deutschland oder gar in den USA (260$) gemacht wird, oder? Da fragt man sich... :irre:
Egal, haben musste ich sie trotzdem. Und dann natürlich noch ein Exemplar einer Lily Pipe Spin. Die gibt es in den USA noch gar nicht. Irgendwie hatte ich mir vorgestellt, dass das Packet ja gar nicht so groß sein würde angesichts der Größe der Lampe selbst. Im Prinzip hatte ich aber Glück, dass mein Rucksack hoch genug war und ich die Packung mit meinen dreckigen Strümpfen und Unterhosen ausstopfen konnte. Das hat dann sicher auch beim Zoll geholfen, denn die wollten gar nicht, dass ich meinen Rucksack aufmache. Öhm...
feifen:
Nach einer langen Rückreise und einem gewaltigen Jetlag bin ich jetzt auch wieder völlig daheim angekommen. Es hat mich aber tatsächliche eine gute Woche gekostet, um wieder in den alten Rhythmus zu kommen. 14 Stunden Zeitunterschied zu den USA sind halt doch happig. Aber nach allem kann ich nur sagen, dass sich die Reise gelohnt hat. Japan als Kultur ist einfach unglaublich mit all den Tempeln und freundlichen Leuten. Die Natur ist wirklich einzigartig, auch wenn man selbst in unmittelbarer Quellnähe auf den Berggipfeln keine Garnelen findet. Und zu guter letzt sind natürlich die Aquarienshops und die ADA Gallery einfach ein Traum, dessen Erfüllung ich noch immer geniesse. Ich hoffe, dass einige von euch doch noch die Chance bekommen werden. Traut euch, Japan ist und fühlt sich sehr sicher an!
Jetzt freue ich mich schon auf ein neues Aquascape in meinem neuen 45er Cube Garden. Ich werde aber erstmal einen neuen Schrank bauen. Der alte war ja für mein Mini M...
Und jetzt Bilder:
Das war die Region und der blaue Punkt markiert Yunomine Onsen, das kleine Bergdorf was Ausgangspunkt meiner Wanderungen war.
Eine Radioproduktion mitten in der Stadt und für alle einsehbar. Auch hier zu sehen --> die Japaner lieben Aquarien!!
Jetzt bin ich in Yunomine Onsen. Die folgen Bilder zeigen das Dorf und die erste Wanderung im Wald. Hier kann man sich wahrlich Inspirationen für neue Aquascapes holen.
Viele Grüße,
Tony