leidiges Thema Verkrüppelungen

Hallo Kerstin,
da diese These, meines Wissens, nur von Herr Kramer kommt, habe ich mir sein Buch zu Weihnachten schenken lassen. :)
Bin gerade beim lesen. Ich hoffe natürlich, dass das richtiges Buch ist (?). Was anderes konnte ich nicht finden.

Und zu Nitrat:
- damals als Ammania bei mir richtig prächtig wachsen konnte, habe ich nie einen NO3-Wert kleiner als 20mg/l gehabt (gemessen mit JBL-Tropfentest). Eher 60mg/l ++. Das kann bedeuten, dass NO3-Wert nicht der einzige Wert ist welcher sich auf Ammania so hemmend wirkt. Oder spielt dieser Wert eher an der Wurzeln eine entscheidende Rolle (s. unten).
- in dem Aquarium, wo Ammania aktuell "gerade so" wächst habe ich NO3-Werte zwischen 15-20 mg/l (gemessen mit Fotometer). Kein Krüppelwuchs! Aber die Pflanze wächst bis auf bestimmte Höhe und "bleibt stehen". Dann kommen Seitentribe, die auch gut wachsen und dann plotzlich stehen bleiben und veralgen. Zusammen mit sehr starken Boden-Wurzeln heißt es für mich, dass Ammania die Nahrung alleine im Boden sucht, da im Wasser klappt es irgendwie nicht (mehr).
Bodendünger habe ich bestellt, aber die Lieferungen brauchen aktuell etwas länger. :(
- ich habe aus Neugier die Werte im Boden (10 - 15cm von Ammania gracilis entfernt) und in der Wassersäule (nach dem Licht aus war) gemessen. Da es Wasserprobenentnahme aus dem Bodengrund im Aquarium nicht so einfach ist, fallen diese Werte u.U. etwas geringer als die tatsächlich sind aus.

Boden: .............. Fe-0,1 mg/l; ....... NO3-10,5mg/l; .. PO4-1,21mg/l;

Wassersäule: .. Fe-0,008 mg/l; .. NO3-17,7mg/l; .. PO4-0,63mg/l;

Es bleiben für mich also zwei(?) Versuchsmöglichkeiten:
1. Bodendünger (NPK+SE) einsetzen.
2. Suche nach Antagonisten (Allelopathie).

Ich hoffe sehr auf Nr. 1.
 
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Hallo,
als Literaturverweis ist auf Heimbiotop dies hier angegeben: "H.G. Kramer (2001): Problempflanzen.- Aqua Planta 2-2001, 86-92",
also kein Buch :oops:.
damals als Ammania bei mir richtig prächtig wachsen konnte, habe ich nie einen NO3-Wert kleiner als 20mg/l gehabt (gemessen mit JBL-Tropfentest). Eher 60mg/l
Nun, das liegt eindeutig über den 10mg/l. Wäre auch zu schön gewesen, wenn es so einfach wäre...
Sind denn Deine Wachstumsschübe wenigstens parallel zu den Wassewechselintervallen? Dadurch können sowohl Nährstoffe als auch allelopathische Stoffe verdünnt werden.
Wenn Du verschiedene Nährstoffkonzentrattionen im Boden testen möchtest, kannst Du einzelne Stängel auch in Joghurtbecher o.ä. setzen. So kannst Du auch Allelopathie im Boden ausschließen. Algen geben auch allelopathiesche Stoffe ab und können so den Pflanzenwuchs hemmen.
Leider wenig Konkretes.
LG Kerstin
 
Hallo Kerstin,
als Literaturverweis ist auf Heimbiotop dies hier angegeben: "H.G. Kramer (2001): Problempflanzen.- Aqua Planta 2-2001, 86-92",
also kein Buch :oops:.
in seinem Buch: Pflanzenaquaristik á la Kramer, auf der Seite 62 steht dassselbe.
Zitate aus dem Buch: Für diese Gruppe (u.a. die Nesaea- und Ammania-Arten) sollte der Nitratgehalt je nach Art, Kulturstamm und deren Vorkultivierung nicht über 3-8mg/l ansteigen (...)
Vielleicht hatte ich damals so eine "angepasste" an hohe NO3-Wert Pflanze?
Oder ist die Menge am Aufnahmeort (z.B. Bodengrund) wichtig? Wenn ja, dann stimmt es schon in großem und ganzem.

Sind denn Deine Wachstumsschübe wenigstens parallel zu den Wassewechselintervallen? Dadurch können sowohl Nährstoffe als auch allelopathische Stoffe verdünnt werden.
Ist jetzt schwer zu sagen, da ich mich die ganze Zeit auf andere Merkmale konzentriert hatte.

Wenn Du verschiedene Nährstoffkonzentrattionen im Boden testen möchtest, kannst Du einzelne Stängel auch in Joghurtbecher o.ä. setzen. So kannst Du auch Allelopathie im Boden ausschließen. Algen geben auch allelopathiesche Stoffe ab und können so den Pflanzenwuchs hemmen.
Das habe ich bereits: :)
Alleinstehende im Eimerchen Ammania gracilis, mit Dünger (NPK + Mikro) versorgt, wächst weiter...
 
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Ah super, hatte ich überlesen :oops:
LG Kerstin
Kein Problem :)
Hans-Georg Kramer schreibt noch (Seite 15), dass u.a. Amania die autotoxische Stoffe im Wurzelbereich ausscheiden und nach einer Zeit an derselben Stelle des Aquariums nicht mehr wachsen.

Da habe ich ein "paar" Bilder von früher gefunden. 2011 habe ich einfach zu wegwerfende Ammania in ein kleines Aquarium gesteckt. 2013 habe ich es um meine Aquariumpflanzen zu retten wieder gemacht, bis die Spinnmilben alles ruiniert haben.
Mit dem Fischbesatz den ich damals hatte ist es fast unmöglich ein NO3-Wert unter 20mg/l zu halten.
 

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Hallo,
ich habe zwieschenzeitlich noch einiges, wofür mir die Zeit reichte, ausprobiert und habe einiges festgestellt. :)

Erste und wichtigste: ich habe festgestellt, dass (meine) Ammania gracilis ziemlich alle Nährstoffe NUR über die Wurzel aufnemmen kann. Und das es große unterschiede an Nahrstoffmengen zwischen Bodengrund und Wassersäule ist, hat die Messung gezeigt.
Und das erklärt warum die Ammania in einem Aquarium nicht wachsen wollte, aber in selben Wasser (mit etwas Fe-Zugabe), allerdings in anderem Behälter ohne Bodengrund, schon. In großem Aquarium "saugen" die Echinodoren den Bodengrund leer. Da gibt's nichts zu holen. In kleinem, wo wenig Licht und kein CO2 ist, ist der Bodengrund "voll" mit Nahrstoffen und da wächst die Ammania. Nicht üppig, stirbt aber auch nicht.
Beim Aufreumen im Aq. Schrank fand ich alte Dennerle "Echinodorus Tabs", die und die vom Drak ich früher verwendet hatte. Allerdings haben die immmer wieder für die Trübung gesorgt und ich hörte auf die zu verwenden... Ca. 3-4 Tage nach dem ich die zu der Wurzeln von Ammania gracilis, in 2 verschiedenen Aquarien , reingeschoben hatte, kammen plötzlich Blätter an der "halbtoten" Pflanzen.
Danach habe ich das Aq. Wasser von der emerser Variante durch das Osmosewasser ersetzt und 2,5g (auf ca. 0,7l Wasser) Osmocote Kugel (original) dazugegeben -> die Ammania wurde etwas kräftiger, mehr aber nicht. Dann habe ich noch 2,5g zugefügt. Nach ca. 3 Wochen hat die Ammania geblüt! :)
Was auch sehr interessant ist - Osmosewasser mit Osmocote stand am Fensterbank und blieb klar (fast keine Algen).
Aktuell experementiere ich mit Substral Dünger-Stäbchen. Ich will kein Lehm und keine Kugelchen im Aquarium haben. Sieht momentan viel versprechend aus.

Zweite: durch Beleuchtungswechsel habe ich nach kurzer Zeit, wo alles sehr schnell wuchs, plötzlich Verkrüppelungen an Triebspitzen von Alternanthera reineckii rot und fast komplettes Wachstumsstopp an Egeria najas festgestellt.
Wassertests zeigten, dass PO4 fiel, von sehr stabilen Werten 0,8-1,2mg/l, auf 0,4mg/l und Fe steigte von, auch sehr stabilen 0,1-0,12mg/l, auf 0,2mg/l (trotz der halbierung täglicher Dosis ist der Wert nach 1 Woche weiter auf 0,22mg/l aufgestiegen). Ich kann das nur durch rücklösung aus Eisenphosphat erklären: Pflanzen haben PO4 aus Eisenphosphat gehollt und es blieb Fe übrig. Wenn jemand andere Erklärung hat - willkommen. :)
NO3 ist von ca. 35mg/l auf 18mg/l gefallen. Und da ich frührer schon immer schwierigkeiten bei NO3-Werten von weniger als 20mg/l hatte, habe ich dieses Mal nur NO3 in Form von Mischung aus Kaliumnitrat und Urea (1:2 bezogen auf NO3) dazugegeben. Kein zusätzlicher Phosphat und Fe (Mikro) halbiert.
Mangelerscheinungen an der o.g. Pflanzen sind komplett verschwunden. NO3 ist aktuell bei 21,5mg/l.
 
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